Grundsätze & Forderungen
Die vorliegenden Grundsätze und Forderungen stellen in der derzeitigen Form lediglich einen Entwurf dar, gelten jedoch bereits als vom Plenum angenommenen. In den kommenden Tagen können Anmerkungen und Kommentare am Ende der Seite mitgeteilt werden.
der BesetzerInnen an der Universität Salzburg …
>> Wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft
hat schon verloren <<
Bertolt Brecht
>> preguntando caminamos
(fragend schreiten wir voran) <<
zapatistisches Motto
::: PRÄAMBEL :::
Den BesetzerInnen an der Universität Salzburg geht es zunächst darum, nur allzu offensichtliche bildungspolitische Missstände vor Ort aufzugreifen. Dies aber in dem Bewusstsein, dass ein enger Zusammenhang von lokalen Problemen an der Universität, den bildungspolitischen Entscheidungen in Österreich und gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen besteht. Die von uns nicht länger hingenommenen Probleme sind Salzburg spezifisch und zugleich in vielen Ländern der Welt in ähnlicher Weise vorhanden. Ähnliche Erfahrungen und Fragen lösen überall (in Österreich ausgehend von der Akademie der Bildenden Künste in Wien) auf ähnliche Weise Proteste aus, mit denen wir uns solidarisieren.
Die Probleme sind seit langem angelegt, haben sich prozesshaft entwickelt und schlagen an diesem Punkt in einen neuen Widerstand um. Die neue Qualität hat ihren Ursprung in der Erkenntnis, dass die Mitarbeit in Gremien und bei Verhandlungen in den existierenden Institutionen wenig substanzielle Verbesserung gebracht hat. Daher will unser Protest allererst den Raum für einen politischen Diskurs schaffen, in dem die sich stellenden Probleme diskutiert werden können. Wie der Protest ein Ausdruck sich entzündender Politisierung der Gesellschaft ist, so will er diese Politisierung auf alle betroffenen Mitglieder der Gesellschaft ausdehnen. Dies kann gelingen, weil unsere Bewegung eine basisdemokratische Bewegung von unten ist, die das Individuum in seiner Kompetenz und seiner Verantwortung anruft und sich Strukturen und Institutionen gibt, die auf die Probleme und Erfahrungen der Einzelnen bezogen bleiben.
Unsere Bewegung lebt und verfährt nach den Grundsätzen, die sie formuliert. In ihrem Inneren gibt es viele verschiedene Ansätze, Meinungen und Vorstellungen und gerade in dieser Pluralität bildet sie eine Einheit und gibt sich Grundsätze. So kann sie realistisch und utopisch zugleich sein. Ihre Fragen sind „Was können wir erreichen?“ und aber auch „Was ist vorstellbar?“. Umsetzbare uni-, bildungs- und gesellschaftspolitische Forderungen verweisen auf eine andere Gesellschaft, deren Möglichkeit bereits heute erkennbar ist. Aus diesen Überlegungen heraus entwickeln wir in einem fragend voranschreitenden Prozess Grundsätze, die sich auf die gerechte, freie und solidarische Einrichtung der Gesellschaft beziehen und damit verbunden allgemein bildungspolitische und universitätsspezifische Forderungen.
Unsere Forderungen präzisieren und konkretisieren unsere Grundsätze, wie andererseits unsere Grundsätze die Stoßrichtung unserer Forderungen vorgeben. Unsere Bewegung erhält sich bewusst die Phantasie, dass eine Gesellschaft ohne Herrschaft möglich ist. Herrschaft wird heute strukturell ausgeübt und gleichzeitig durch AkteurInnen reproduziert. Wir identifizieren Herrschaft in unserer Gesellschaft entlang drei Hauptdimensionen: Sie wird aktuell vor allem durch Klassen-, Rassen- und Geschlechterunterschiede etabliert. Auf dem Weg zu einer dem Menschen angemessenen Gesellschaft wird es darauf ankommen, sowohl die Strukturen der Herrschaft zu durchbrechen, als auch, dass jede/r Einzelne in Solidarität mit den Anderen darüber nachdenkt, was sie/ihn beherrscht und dementsprechend handelt!
::: GRUNDSÄTZE :::
Wir treten nicht nur für eine freie Universität ein, sondern für eine freie Gesellschaft.
Wir treten aktiv gegen jegliche Diskriminierung von Menschen ein und fordern volle soziale und demokratische Rechte für alle unabhängig von geographischer Herkunft, Sprache, Geschlecht, Alter, körperlicher oder psychischer Beeinträchtigung, sozialer Stellung, sexueller Orientierung und religiöser Überzeugung.
Ø Demokratie statt Kapitalismus!
Wir verstehen Demokratie als breites partizipatives Gesellschaftsprinzip, welches alle gesellschaftlichen Teilbereiche, also auch die Ökonomie, umfasst. Mit einer demokratischen Ökonomie meinen wir eine gesellschaftliche Produktion, in der die Bedürfnisse aller Menschen befriedigt werden, die lebensnotwendigen Güter für alle frei verfügbar sind, und die Produktion selbst gemeinsam kontrolliert wird. Entscheidungen werden von allen Betroffenen in einem basisdemokratischen Prozess gemeinsam getroffen. Andererseits verstehen wir Kapitalismus als Wirtschafts- und Gesellschaftsform, welche auch politische Entscheidungsprozesse im Widerspruch zu unserem breiten Demokratieverständnis formt. Dennoch bestehen im vorherrschenden Gesellschaftssystem partizipativ-demokratische Strukturen für deren Ausbau und Vertiefung wir eintreten.
Wir sind uns bewusst, dass wir selbst mit unserem Handeln und Denken Teil eines Herrschaftszusammenhang sind und reflektieren daher unser eigenes konkretes Rollenverhalten im Hinblick auf den Versuch uns davon zu emanzipieren.
Ø Gegen Klassenherrschaft!
Dies bedeutet, dass eine gesellschaftliche Gruppe über eine andere gesellschaftliche Gruppe dauerhaft und strukturell Macht ausübt. Gesellschaftliche Strukturen, wie z.B. das Privateigentum an Produktionsmittel und gesellschaftliche Arbeitsteilung etablieren eine grundlegende Ungerechtigkeit, weil der von Vielen erarbeitete gesellschaftliche Reichtum von Wenigen angeeignet werden kann. Die politische Verteilung des Reichtums und vorherrschende Gerechtigkeitsvorstellungen sind so organisiert, dass die Existenz einer Klasse, deren Angehörige um überleben zu können für Andere Reichtum erwirtschaften müssen, auf Dauer bestätigt wird.
Ø Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von Oben nach Unten
Um dieser strukturellen Ungerechtigkeit entgegenzuwirken, fordern wir zunächst eine Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von Oben nach Unten, d.h. von den Unternehmen, den KapitaleigentümerInnen und den Reichen hin zu den Lohnabhängigen und Armen in Form von Geld und frei verfügbarer Zeit. Mit Verweis auf grundlegende und anerkannte Staatsaufgaben besteht eine Möglichkeit dieser Umverteilung im umfangreichen Ausbau des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystems mit Zugang für alle Menschen.
Ø Stopp der Ökonomisierung aller Lebensbereiche!
Unter Ökonomisierung verstehen wir die Ausweitung einer schon im Bereich der gesellschaftlichen Produktion problematischen und Herrschaft etablierenden Vergesellschaftungs- und Denkweise auf andere Lebensbereiche. Die expansive Dominanz von Verwertungs- und Profitlogik bis hin zur Kommodifizierung von Leben und lebensnotwendigen Ressourcen, sowie die Verinnerlichung und Verkörperung dieser Prinzipien verringert gesellschaftliche Spielräume, in denen es um die demok
ratische Organisation einer Befriedigung menschlicher Bedürfnisse geht. Die Ökonomisierung untergräbt letztlich die materiellen, generativen und kulturellen Reproduktionsmöglichkeiten der Menschen.
Ø Gegen Rassismus!
Wir verstehen unter Rassismus die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung faktischer und sozial konstruierter Unterschiede zur Herrschaftsausübung von Individuen oder Gruppen über Andere. Rassismus legitimiert die Einschränkung bezüglich der Gleichwertigkeit aller Menschen. Rassismus ist eine Form der Herrschaftsausübung, die nicht auf aktuelle Gesellschaften beschränkt ist, gleichwohl fördern und verschärfen gegenwärtige gesellschaftliche Strukturen den Rassismus. Rassismen werden aktuell benutzt um von den Ursachen sozio-ökonomischer Ungleichheit abzulenken oder diese zu rechtfertigen. Grundlegend fördert eine auf Konkurrenz basierte Gesellschaft „Ich gegen Andere“-Praxen und –Denkweisen. Auf höherer Ebene führt dieses Prinzip, z.B. im Kontext des Nationalstaates, zu einer Entgegensetzung von kollektiven Interessen zum Fremden. Strukturelle Rassismen sind heute im Recht kodifiziert. Beispiele hierfür sind unter anderem das Staatsbürgerrecht und die Ausgestaltung von Asylgesetzen (hier im Besonderen die Schubhaftbedingungen).
Ø Gegen Sexismus!
Herrschaft von Menschen über Menschen wird aktuell in und durch die Geschlechterverhältnisse ausgeübt. Diese bestehen sowohl in unterdrückenden Strukturen, wie z.B. Gesetzen, als auch in unterdrückendem Handeln. Ein Durchbrechen dieser Herrschaftsdimension und ein aktives Eintreten gegen sexualisierte Gewalt in physischer oder psychischer Form verlangt also Selbstveränderung und Gesellschaftsveränderung. Die Kategorie des Geschlechtes weist biologische Anknüpfungspunkte auf, ist aber stark gesellschaftlich konstruiert.
Ø Die Sprache leistet einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Konstruktion von Bedeutungen, deshalb fordern wir die Verwendung von geschlechtergerechten Formulierungen in Skripten, Lehrveranstaltung und Publikationen.
Wie für jede andere Herrschaftsform ist es auch für den Sexismus charakteristisch, dass die Unterdrückten selbst an ihrer Unterdrückung mitwirken. Zunächst muss es darum gehen, sowohl ideelle (Anerkennung), als auch materielle Verbesserungen für die Unterdrückten zu erreichen.
Ø Deshalb fordern wir die Abschaffung des Patriarchats und die Durchbrechung maskuliner Bedeutungsstrukturen!
Dies jedoch nicht zu Lasten anderer Unterdrückter in der Gesellschaft. Die Ausübung von Herrschaft entlang der Geschlechterkategorie ist nicht reduzierbar auf eine andere Herrschaftsdimension. Es lässt sich aber sagen, dass zum Beispiel durch die kapitalistische Klassenherrschaft eine Verschärfung auch der sexistischen Herrschaft eingetreten ist, denn die ökonomische Unterdrückung von gesellschaftlichen Klassen beruht auch auf der ungerechten Aneignung von vor allem von Frauen geleisteter Reproduktionsarbeit. Heute ist in diesem Kontext feststellbar, dass zwar Frauen nicht mehr von der Lohnarbeit ausgeschlossen werden, aber nun unter einer doppelten Belastung zusätzlich zur von ihnen geleisteten Reproduktionsarbeit stehen.
Ø Wir fordern deshalb solidarische Aufteilung der Reproduktionsarbeit zwischen den Geschlechtern und von den Individuen hin zur Gesellschaft.
Letztlich kann es aber, wenn wir das Patriarchat nicht durch eine andere geschlechtliche Herrschaftsform ersetzen wollen, nur um eine konsequente Formkritik gehen. Die Perspektive unserer Handlungen ist also das Durchbrechen binärer, ausschließender Bedeutungsmuster und der materiellen Organisationsstrukturen, die diese aufrechterhalten.
::: BILDUNGSPOLITISCHE FORDERUNGEN :::
Ø Bildung ist ein Menschenrecht!
Das Recht auf freie Bildung ist ein Menschenrecht. Dieser normative Anspruch ergibt sich für uns aus der Funktion von Bildung als zentrales Instrument zur Befähigung und Selbstverwirklichung der Menschen. Bildung fördert Handlungskompetenzen und schafft Bewusstsein für die eigenen Rechte, sowie deren solidarische Einforderung für alle Menschen. Bildung ist Grundvoraussetzung für eine gleichberechtigte Teilhabe an politischen, kulturellen und ökonomischen Prozessen und stellt somit das Fundament der von uns geforderten partizipatorischen Demokratie dar. Es ist insofern nicht einsehbar und hinnehmbar, warum Bildung mit Zugangsbeschränkungen versehen wird.
Ø Stopp der Ökonomisierung der Bildung!
Ökonomisierung verändert Form und Inhalt der Bildungsinstitutionen durch Subsumierung ihrer Aufgaben unter die Verwertungs- und Profitlogik und verschärft insofern die bestehenden Herrschaftsverhältnisse. Durch Ökonomisierung der Bildung wird der Zugang zur Bildung an finanzielle Voraussetzungen der Interessierten geknüpft. Durch Ökonomisierung wird der Einfluss von privaten Unternehmen in der Wissenschaft größer, dies geht einher mit zunehmendem Verlust der Unabhängigkeit und Freiheit der Forschung und Lehre. Ökonomisierung beschränkt die Vielfalt möglicher Forschungs- und Lehrgegenständen, sowie zugehörige Methoden. Betroffen davon ist insbesondere wissenschaftliche Forschung, die keine marktkonformen Ergebnisse hervorbringt. Ökonomisierung der Bildung stellt auch den Lernerfolg der Studierenden und ihre Bildungsmotivation unter Verwertungs- und Profitinteresse. Ökonomisierung verhindert gesellschaftskritische Forschung und Lehre und verneint so den Anspruch einer gesellschaftlichen Emanzipation. Ökonomisierung fördert die Tendenz von demokratischen Entscheidungsfindungen hin zur Verfügungsgewalt Einiger über Viele innerhalb der Bildungsinstitutionen überzugehen.
Ø Demokratisierung der Universitäten
>> Wir fordern die gleichberechtigte Mitbestimmung der Studierenden in allen universitären Gremien.
>> Wir fordern die Wiederherstellung der Befugnisse und Kompetenzen des Senats.
>> Wir fordern die Abschaffung der Uniräte, welche auf die Kommerzialisierung der universitären Bildung abzielen.
>> Wir fordern Budgettransparenz d.h. die Offenlegung aller Finanzaktivitäten und die demokratische Mitbestimmung bei der Budgetverteilung (aus dem Forderungskatalog der Uni Wien bzw. allgemein eine Forderung zur Transparenz?) → Zur Abstimmung bringen?
>> Wir fordern Raum für die Selbstorganisation des universitären Lebens der Studierenden.
Ø Freier Hochschulzugang – gegen Zugangsbeschränkungen
Wir sind der festen Überzeugung, dass freier Hochschulzugang und qualitativ hochwertige Lehre kein Widerspruch sind; als Grundvoraussetzung bedarf es hierzu der umfassenden Finanzierung der Universitäten.
>> Wir fordern die endgültige Abschaffung der Studiengebühren, auch für Nicht-EWR-BürgerInnen.
>> Wir fordern die Abschaffung von Studieneingangsprüfungen, sowie von versteckten Zugangsbeschränkungen wie Studieneingangsphasen und Knock-Out-Prüfungen.
>> Wir fordern die Abschaffung von Zugangsbeschränkungen für Master- und Doktoratsstudien.
>> Wir fordern gleiches Recht auf Mobilität und Bildung unabhängig von StaatsbürgerInnenschaft.
Ø Bildung statt Ausbildung
>> Wir treten ein für die Möglichkeit eines freien, selbstbestimmten Studiums.
>> Wir sprechen uns gegen die zwingende Vereinheitlichung durch das Bachelor-/Master-System aus, (soweit es die Qualität des Studiums mindert./ freie Wahl der Struktur) → Zur Abstimmung bringen?
>> Wir fordern die finanzielle und institutionelle Förderung gesellschaftskritischer Lehre und Forschung an den Universitäten.
>> Wir fordern die Abschaffung von Pflichtpraktika in den Studienplänen; freiwillige Praktika müssen kollektivvertraglich geregelt und bezahlt werden.
Ø Ausfinanzierung der Unis
>> Wir lehnen die chronische Unterfinanzierung der Universitäten ab.
>> Wir sind gegen unrealistische und überzogene Leistungsvereinbarungen des Ministeriums mit den Universitäten.
>> Wir fordern die Aufstockung der Studienplätze, um die Nachfrage der Studierenden zu decken. Es gibt nicht zu viele Studierende, sondern zu wenige Plätze.
>> Wir fordern mehr Personal für die Universitäten, um das Betreuungsverhältnis zu verbessern.
>> Wir fordern die Finanzierung von Forschung und Lehre in einem Ausmaß, das die Beschaffung von Drittmittel nicht notwendig macht. → Zur Abstimmung bringen?
Ø Beendigung der prekären Beschäftigungsverhältnisse in den Bildungsinstitutionen
>> Wir sind gegen unsichere Dienstverträge, die eine mittel- und langfristige Lebensplanung verunmöglichen.
>> Wir fordern faire Gehälter, die der Arbeits- und vor allem der Lehrleistung der Bediensteten im Bildungssektor angemessen sind.
Das Geld zur Finanzierung der Bildungsinstitutionen ist in der Gesellschaft vorhanden!
Zur Finanzierung oben genannter Maßnahmen, fordern wir:
>> die Umverteilung des Staatsbudgets zugunsten des Bildungssektors.
Zur Veranschaulichung 1:
Im Jahr 2008 betrugen die Ausgaben des Staates Österreich für Verteidigung 2,0% der Staatsausgaben, jene für wirtschaftliche Angelegenheiten 10,0%, jene für die Universitäten hingegen nur 1,7% (Daten: Statistik Austria).
Zur Veranschaulichung 2:
Zur Rettung der Großbanken wurden sofort 100 Milliarden oder 35 Prozent vom BIP zur Verfügung gestellt. Zum Vergleich: Für die Hochschulen gibt die Regierung 2,8 Milliarden oder 1,1 Prozent des BIP aus. Vergleichbaren Ländern wie Finnland oder Schweden sind die Hochschulen fast 2 Prozent des BIP wert, Kanada sogar 2,4 Prozent. (Quelle: Felber, 2009)
Eine Budgetumschichtung ermöglicht die bessere Finanzierung der Hochschulen.
>> die Erhöhung der Besteuerung von Kapital und Vermögen.
Zur Veranschaulichung:
Im Jahr 2007 betrugen die Steuern auf das Einkommen und die Gewinne von Kapitalgesellschaften in Österreich 2.6% des BIP (Datenquelle: Eurostat). Damit ist Österreich gemeinsam mit Estland (1.7%), Griechenland (2.6%) und Litauen (2.6%) Schlusslicht bei der Besteuerung von Kapitalgesellschaften in Europa (Eurostat). In anderen europäischen Ländern beträgt dieser Steuersatz meist über 3.5% des BIP, in Zypern sogar 6.9% (Eurostat).
In Österreich wurde der Körperschaftssteuersatz im Jahr 2005 von 34% auf 25% gesenkt. Folglich betrugen im Jahr 2007 die Einnahmen aus der KÖSt 5.7 Milliarden Euro (Datenquelle: Budgetvollzug 2007). Eine Wiedererhöhung auf 34% erbringt nach statistischer Berechnung ca. 2 Milliarden Euro steuerliche Mehreinnahmen des Staates pro Jahr. Bei einer konservativen Schätzung, die einen krisenbedingten Rückgang der Steuereinnahmen annimmt, kann immer noch von mindestens einer Milliarde Euro Mehreinnahmen pro Jahr ausgegangen werden.
Die Wiedererhöhung der Körperschaftssteuer auf 34% ermöglicht die Ausfinanzierung der Hochschulen.
::: FORDERUNGEN AN DEN UNIVERSITÄTSSTANDORT SALZBURG :::
Das Anliegen der aktuellen kritischen Studierendenbewegung ist die Durchsetzung eines freien, an gesellschaftlichen Bedürfnissen ausgerichteten Bildungswesens. In dem Bewusstsein, dass ein enger Zusammenhang von lokalen Problemen an der Universität, den bildungspolitischen Entscheidungen in Österreich und gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen besteht, fordern wir seit Wochen gemeinsam mit Student_Innen in ganz Österreich und darüber hinaus:
Ø Bildung statt Ausbildung
Ø die Beendigung prekärer Dienstverhältnisse an den Universitäten
Ø freien Hochschulzugang – keine Zugangsbeschränkungen
Ø die Ausfinanzierung der Universitäten
Ø die (Re-)demokratisierung der Universitäten
Neben den eindeutigen Forderungen an das Wissenschaftsministerium müssen auch die einzelnen Universitäten zur Verbesserung des Bildungssystems beitragen.
Basierend auf den allgemeinen Forderungen – deren Umsetzung von der Universität Salzburg nicht nur auf Bundesebene voranzutreiben, sondern auch innerhalb der eigenen Möglichkeiten zu berücksichtigen sind – wenden wir uns in einer ersten fragmentarischen Forderungskatalog an das Rektorat der Universität Salzburg, um konkrete Veränderungen an unserer Universität herbeizuführen:
Selbstverantwortung hat integraler Bestandteil universitärer Bildung zu sein. Zum Zwecke der Förderung der kritischen Auseinandersetzung mit Strukturen und Inhalten müssen studentische Partizipation und inhaltliche Mitbestimmung verstärkt in der universitären Organisation Berücksichtigung finden.
Ø Als offene und kritische Wissensstätte soll sich die Universität Salzburg insbesondere auch durch ein fortschrittliches und partizipatives Studienrecht kennzeichnen. Zu diesem Zweck ist vom Rektorat eine Arbeitsgruppe unter gleichberechtigter Mitbestimmung der Studierenden einzusetzen, welche eine Satzungsänderung im studienrechtlichen Teil vorbereitet, um den Bildungscharakter universitärer Studien wieder zu verstärken.
Ø Im Rahmen der Curricularkommissionen soll bei der Erstellung des Lehrveranstaltungsangebots auch jeweils zumindest ein inhaltlicher Vorschlag der StudierendenvertreterInnen berücksichtigt werden.
Ø Einmal im Semester soll eine universitätsweite HörerInnenversammlung unter Beteiligung des Rektorats stattfinden, um eine Diskussion über universitätsrelevante Entscheidungen, insbesondere in Fragen des Entwicklungsplan und Organisationsplans, zu ermöglichen. In dieser ist auch das Budget der Universität offenzulegen.
Ø Ergänzend hat eine HörerInnenversammlung pro Fachbereich und Jahr mit Beteiligung des FB-Leiters/der FB-Leiterin statt zu finden.
Ø Zur Vertiefung des bildungs- und gesellschaftspolitischen Diskurses soll im Sommersemester 2010 eine entsprechende Ringvorlesung für HörerInnen aller Fakultäten veranstaltet werden, die als freies Wahlfach auch anrechenbar ist.
Die Studierenden haben verstärkt in den Forschungs- und Wissenschaftsbetrieb integriert zu werden:
Ø Dezidierte Förderung von Studierenden in Form von Einbindung in den Forschungsbetrieb und durch Schaffung von Publikationsmöglichkeiten mit WissenschafterInnen des jeweiligen Fachbereichs.
Ø Pro Semester sollte jeder Fachbereich mindestens ein Forschungsseminar mit Publikationsmöglichkeit anbieten.
Ø Unterstützung von Konferenzteilnahmen durch Studierende in Form von digitaler Bereitstellung von gesammelten Calls for Papers und finanziellen Förderungen im Falle von Annahme der Papers.
Statt sozial selektiver Zugangsbeschränkungen soll die Information und Selbstorientierung der Studierenden verbessert werden.
Ø Das Rektorat ist daher gefordert, gemeinsam mit der ÖH die Studien- und MaturantInnenberatung auszubauen und zu verbessern.
Ø Nicht-Anwendung des Paragraphen 124b Universitätsgesetz 2002 an der Universität Salzburg (aktuell die Einführung von Zugangsbeschränkungen bei der Kommunikationswissenschaft).
Ø Wir fordern das Rektorat dazu auf, sich in seinem öffentlichen Auftreten (insbesondere auch im Rahmen der Universitätenkonferenz) eindeutig für die Umsetzung eines freien Hochschulzugangs in Europa zu positionieren und einzusetzen.
Auch die Studieneingangsphasen haben der Orientierung und nicht der Selektion zu dienen. Nicht Kapazitätsengpässe, sondern allein qualitative Kriterien haben über Erfolg oder Nichterfolg zu entscheiden:
Ø Die Studieneingangsphasen sind daher so zu gestalten,
- dass die Lehrveranstaltungen die thematische Breite der gewählten Studienrichtung wiederspiegeln,
- dass in Form eines ausreichenden Anteils freier Wahlfächer das Kennenlernen anderer Studienrichtungen ermöglicht wird,
- dass die Studierenden jedenfalls noch während dieser Phase die gesetzlichen Prüfungswiederholungen in Anspruch nehmen können.
Praktika sollen freiwillige Vorbereitung auf das Berufsleben sein. Der Zwang zu Praktika verstärkt die generelle Tendenz zu schlechter Bezahlung und zur Ausübung von Tätigkeiten, welche nicht Inhalt eines Praktikums sein sollten.
Ø Pflichtpraktika sind daher aus den Studienplänen zu streichen und der Selbstverantwortung der Studierenden zu überlassen.
Die Universität soll ein Raum für wissenschaftliche und die damit verbundene soziale Interaktion sein. Kritische Wissenschaft und Wissensvermittlung können nur im intellektuellen Austausch zu ihrer Entfaltung kommen.
Ø Die Foyers in den Fakultäten (Salla Terrena auf der Juridischen Fakultät, Foyers auf der Naturwissenschaftlichen Fakultät und dem Haus der Gesellschaftswissenschaften, etc.) müssen einladend und als Treffpunkt gestaltet sein. Dies beinhaltet die Anschaffung von ausreichenden und gemütlichen Sitzgelegenheiten, die zentral (d.h. nicht an den Seiten des Raumes) zu situieren sind.
Ø Der HS 381 im Haus der Gesellschaftswissenschaften soll an einem fixen Wochentag ganzjährig von 17.00 – 4.00 Uhr für die Fortsetzung des offenen bildungs- und gesellschaftspolitischen Diskurses der entstandenen Bewegung kostenlos zur Verfügung stehen.
Ø An jeder Fakultät soll für die Studierenden ein mit W-LAN ausgestatteter Arbeitsraum während der gesamten Hausöffnungszeit offen stehen.
Ø Alle Hörsäle haben über den gesamten Tag offen zu stehen und dürfen außerhalb der Lehrveranstaltungen ebenfalls als Arbeitsräume genutzt werden.
Ø Zur Förderung verstärkter Interaktion zwischen Studierenden fordern wir die Einrichtung eines autonomen Freiraums für Studierendenkultur, welcher von den Studierenden als Treffpunkt genutzt und in Form einer basisdemokratischen Selbstorganisation verwaltet wird.
Ø Wir rufen dem Rektorat in Erinnerung, dass bis 2015 gesetzlich alle Räume barrierefrei zugänglich gemacht werden müssen. Entsprechende Maßnahmen sind sofort zu ergreifen.
Anzustreben ist eine schrittweise Ausdehnung der Hausöffnungszeiten, mit dem Ziel die Universität als Arbeitsraum 24 Stunden täglich zu öffnen.
Ø Die Öffnungszeiten der Bibliotheken müssen ausgedehnt werden:
- Öffnungszeiten der Hauptbibliothek: Mo – Fr. 7.00 – 24.00, Sa und So 10.00 –17.00 Uhr.
- Die Öffnungszeiten der Fachbereichsbibliotheken sollen wochentags den Hausöffnungszeiten angepasst werden, mindestens jedoch auf 8.00 – 20.00 Uhr und Samstags 9.00 – 14.00 Uhr ausgedehnt werden. Kürzere Öffnungszeiten sind nur bei einstimmiger Zustimmung der jeweils zuständigen Fachbereichsräte möglich.
- Die Ausweitung der Öffnungszeiten darf dabei nicht auf Kosten der Beschäftigten erfolgen, sondern muss durch die Bereitstellung zusätzlicher Mittel gewährleistet werden.
Der unzumutbare Zustand der PC-Räume (im Besonderen im Haus der Gesellschaftswissenschaften) und die teilweise zu geringe Anzahl frei zugänglicher PCs ist für Studierende inakzeptabel und einer modernen Universität unwürdig. Die fehlende und mangelhafte Infrastruktur betrifft primär die sozial Benachteiligten. Angesichts der Überlastung der Kapazitäten vieler PC-Räume ist eine Kapazitätserweiterung unabdingbar.
Ø Die Anlagen sind auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten. Dies gilt insbesondere auch für die Software-Ausstattung, welche Schritt für Schritt auch Alternativen aus dem Bereich von Open Source und freier Software enthalten soll.
Ø Um dem Engpass an verfügbaren PCs entgegenzutreten müssen entweder weitere PC-Räume zugänglich gemacht oder neue Räume adaptiert werden. Die Kapazitäten haben laufend dem Bedarf angepasst zu werden.
Ø Zusätzlich soll sich die Universität Salzburg an Projekten wie etwa „u:book“ beteiligen, um so den Studierenden die Anschaffung verbilligter Hard- und Software zu ermöglichen.
Der Charakter der Mensa hat jenem einer nicht profitorientierten, demokratisch organisierten Kantine zu sein:
Ø Die Preise müssen dementsprechend sozial verträglich gestaltet sein.
Ø Der Verzehr mitgebrachter Speisen muss nicht nur erlaubt, sondern hat durch Bereitstellung der entsprechenden Infrastruktur (Mikrowelle und Wasserkocher) gefördert zu werden.
Ø Lebensmittel aus lokaler bzw. “fair trade”- Produktion müssen bevorzugt verwendet werden.
Ø Eine Vergrößerung der überlasteten Mensa-Standorte (insbesondere Haus für Gesellschaftswissenschaften) ist in Angriff zu nehmen.
Zur Erläuterung dieser Forderungen schlagen wir ein Sondierungsgespräch mit einem oder mehreren Mitgliedern des Rektorats am Dienstag, 24. November 2009 vor. Darüber hinaus ist das Rektorat innerhalb der kommenden Wochen zum Ideenaustausch und zur Entwicklung gemeinsamer Lösungsansätze herzlich eingeladen.
::: DEMANDS :::
The platform “Unibrennt-Salzburg” (university burns – Salzburg) shows solidarity with the objectors in Graz, Linz and Vienna. Beyond that we express 5 central claims:
Ø More money for Universities
- against chronic lack of funds at universities
- against non-realistic, exorbitant achievement-arrangements between ministry and universities
- more places at universities to cover demand of the students
Ø Free access to education
- more money instead of entrance limitation
- no tuition fees, as well for (people who are) not EWR citizens
- free education and high-quality teachings go together
- education is a human right
Ø Academic formation rather than simple job training
- no hidden entrance limitations (Studieneingangsphase)
- free access to Master and PhD degree programmes
- possibilities to study free and self-determined
Ø Stop of unsettled working conditions at universities
- against unsettled working contracts that obviate a life’s plan
- for adequate earnings for university employees
Ø More democracy at universities
- for equal participation of students in all university’s committees
- abolition of the “Uniräte”, they only want to commercialise university education
- reinstatement of Senate in it’s competences and authorities
Tina A.
11 Nov, 2009
eine gesetzliche regelung für studentenheime bezüglich mängel wäre dringend nötig! in meinem konkreten fall: ich bewohne zz das haus paracelsus. bei dem kälteeinbruch im oktober fiel uns auf, dass die heizung nicht funktioniert. erst gut einen monat später war das problem wieder behoben. wir haben zwar heizstrahler erhalten, aber die haben das zimmer nicht wirklich aufgewärmt. stattdessen ist 2 mal der strom ausgefallen und wir saßen über nacht im finsteren und in der kälte. jetzt funktioniert die heizung wieder aber die äuseren ecken sind voller schimmel, in unserem und in mindestens 3 weiteren zimmern. vermutlich bin ich aufgrund des schimmels jetzt erkrankt (genaueres erfahre ich morgen beim lungenfacharzt). ich habe 2 emails an die heimleitung geschrieben und um eine neue unterkunft gebeten(zumindest einen raum mit matraze und steckdose) habe jedoch keinerlei antwort erhalten. trotz all dieser mängel müssen wir immer noch volle miete bezahlen und wie ich recherchiert habe, haben bewohner von heimen nicht mal anspruch auf entschädigung, da studentenheime aus dem mietrecht ausgenommen sind. es gilt lediglich das studentenheimgesetz, in dem mängel aber mit keinem wort erwähnt werden, geschweige denn geregelt sind. im schadensfall ist man der heimleitung vollkommen ausgeliefert wann und ob reperaturen stattfinden.
Korbinian O.
12 Nov, 2009
Update zum Bericht von Tina A.
Ich bin der zweite Bewohner des Zimmers von Tina A. Ich kann die Geschichte nur bestätigen, am 6.11 haben wir im Zuge einer Grundreinigung des Zimmers den Schimmel gefunden und umgehen der Heimleitung gemeldet. Wir bekahmen die Aussage, dass am Montag den 9.11 die Handwerkerfirma verständigt wird und den Schaden beheben wird. Am Montag haben wir (nachdem nichts in unserem Zimmer geschehen ist) den Hausmeister getroffen und eine Mündliche bestätigung bekommen, dass in den kommenden zwei Tagen das Zimmer repariert wird. Das Ende vom Lied ist, dass ich heute (Donnerstag 12.11) nach rückfrage im Büro der Heimleitung (von selbst kommen die irgendwie nicht drauf, dass sie uns verständigen könnten) dass der Maler (Genau, nicht mehr die Handwerker, sondern nur mehr ein Maler) frühestens am Montag den 16.11. kommt. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ein Maler es nicht schaft, die Feuchtigkeit aus der Wand zu ziehen. An diesem Beispiel erkennt man, dass der Heimleitung die Gesundheit der Insassen nicht so sonderlicht wichtig zu sein schein, denn Mit Farbe, auch wenn es anti-schimmel-Farbe ist, kann man den sichtbaren Schimmel verschwinden lassen, die Ursache jedoch nicht, somit wird das problem sicher sehr bald wieder auftauchen.
Und bezüglich des Studentenheimgesetzes. Es ist war viel darin geregelt, jedoch bei konkreten Regelungen wir immer wieder auf die Heimordnung verwiesen. Diese wird aber, ich schätze mal ganz bewusst, den Studenten vorenthalten. Denn anders kann ich es mir nicht erklären, dass trotz mehrfacher!!! Anforderung der Heimordnung, seit über einem Jahr (Schriftlich und Mündlich) haben wir bis heute die Heimordnung noch nicht erhalten.
Und zum Krankheitsbild von Tina A. schwere Bronchitis (Die Heimleitung stellt uns aber kein Zimmer zur Verfügung noch wird uns eine Mietminderung eingeräumt. Nun fahre ich 60 km am Tag nur um nach Salzburg zu kommen).
Ich finde so eine Behandlung von Studenten eine Frechheit, Es wird versucht so viel Geld wie möglich aus den Heimbewohnern raus zu ziehen, wenn es jedoch darum geht, Mängel zu beseitigen mahlen die Mühlen der Heimleitung erstaunlich langsam.
Alex
13 Nov, 2009
Mir sind ein paar Tippfehler aufgefallen, und zwar bei „Grundsätze und Forderungen“:
- gelten bereits als vom Plenum angenommenen – angenommen
- Notizzettel 2: statt verunmueglichen – verunmoeglichen
Die Bildungspolitischen Forderungen sind sehr schön formuliert.
Was mir fehlt: Gegenargumente und Antworten auf typische und häufig gehörte Einwände, zum Beispiel: „Wenn keine Zugangsbeschränkungen, kommen alle nach Österreich, warum soll Österreich für Studis aus ganz Europa zahlen?“ etc.
Besonders gut gefallen mir die statistischen Informationen zur Finanzierung.
farinelli
17 Nov, 2009
Liebe Leute!
Habt Ihr eure Forderungen schon einmal auf Grammatik und Rechtschriebfehler geprüft?
Integration ist toll, aber wenn man in solch heiklen Tagen mit Forderungen an die Öffentlichkeit geht, dann bitte in korrektem Deutsch!
deutschlehrer
18 Nov, 2009
liebe “farinelli”, ist die rechtschreibug das einzige, was dir zum text einfällt?
Johann
19 Nov, 2009
Gratuliere, ist bislang wirklich gut geworden und neben der Fülle der wertvollen sozialen Erfahrungen als sprachförmiges Produkt den herrschenden Verwertungszwängen entzogenen Kooperierens herausragend verglichen mit den Studierendenprotesten von 1996 und 2002. Der Griff nach dem Raum in einem behaupteterweise öffentlichen Gebäude wurde versucht und ist gelungen – mithin wird dort, neben dem demokratischen, das republikanische Verfassungsprinzip in einer Qualität praktiziert die ihresgleichen gerade im Bereich gänzlich steuerlich alimentierter, instituionalisierter Berufspolitik vergeblich sucht. Die Ausdifferenzierung der genannten Forderungen in gesamtgesellschaftliche und bildungspolitische schafft vernünftigerweise Anknüpfungspunkte sowohl horizontal (Studierende) als auch vertikal (andere gesellschaftliche Gruppen) und bleibt letztgenannten gerade deshalb nicht äußerlich als blose Sache anderer.
Gemessen daran wieviel in dieser Stadt soziokulturell, vielleicht auch zivilisatorisch, im Arsch ist bzw. am Entwicklungsstand der Bewußtwerdung vitaler Interessen durchschnittlicher Studierender vor Ort sind Tiefe und Breite der Bewegung beachtlich.
sozibärlilein
26 Nov, 2009
die forderungen ans rektorat sind unkritisch.
student00025
30 Nov, 2009
Mir fällt zu euch nur das klischee der “linkslinkslinken audimarxisten” ein.
Hört endlich auf zu träumen und seht den realen Gegebenheiten ins Auge. Z.B. die Studiengebühren abzuschaffen war wohl das dämlichste was der Regierung einfallen konnte. Ohne Studiengebühren ist das System nämlich noch ungerechter als es vorher war, wo ohnehin niemand vom studieren abgehalten worden ist, da man den Studienbeitrag im Rahmen des Stipendiensystems rückerstattet bekam, selbst wenn man auf Grund zu hoher Verdienste der Eltern vom eigentlichen Stipendienbezug ausgeschlossen war. Und von reichen Studenten kann man wohl erwarten einen im internationalen Vergleich minimalen Beitrag zu leisten. Das nur exemplarisch als Kritik hinsichtlich einer eurer zahlreichen weltfremden Forderungen.
Wo wir schon dabei sind, mir fehlt da eine Forderung: Zwangsmitgliedschaft bei der ÖH abschaffen, damit ich aus diesem sinnlosen Verein austreten kann, der außer linksradikalen Ansichten und dem organisieren von Studentenparties nichts nennenswertes leistet…
deutschlehrer
1 Dec, 2009
@student00025
Jaja, das ist das Problem mit Klischees… und denen nur solche einfallen!
studentIn
3 Dec, 2009
Wir sollen aufhören einander intern zu kritisieren und endlich Respekt haben für idealistische Gedanken. Ohne Idealismus keine Zukunft. Das sind keine linken Klischees, das sind demokratische Anförderungen die in dieser Zeit sehr realistisch und notwendig sind,wenn wir nicht wollen, dass das soziale Kapital in der Wirtschaftskrise untergeht. Gerade SozialwissenschaftlerInnen sollten zusammenhalten!!!
studentIn
3 Dec, 2009
Ich weiß, leider ein paar Tipp-und Rechtschreibfehler; ist doch wurst!!!